Therapiemöglichkeiten für problematische Hämangiome

Nur etwa jedes zehnte infantile Hämangiom muss behandelt werden. In Problemzonen allerdings kann es zu Komplikationen wie Funktionsverlust oder Geschwürbildung kommen, so dass eine Behandlung so früh wie möglich begonnen werden sollte (Problemzonen sind z.B. Gesicht, Anal- oder Genitalbereich, Hautfalten wie Achselhöhle oder Hals). Vor allem bei Hämangiomen im Bereich der Augen, Lippen und Nase besteht rascher Handlungsbedarf.

Beta-Blocker
Eine relativ neue Behandlungsmöglichkeit, die rasch wachsende Hämangiome schrumpfen und verblassen lässt.

Vorteile: Die Therapie mit Beta-Blockern hat ein sehr gutes Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil und wird vom Experten eingeleitet. Die Ansprechraten in Studien waren sehr hoch (98%). Es ist kein Ausschleichen der Behandlung erforderlich.

Nachteile: Da Beta-Blocker den Blutdruck senken, sollte vor Therapiestart ein EKG durchgeführt werden, um angeborene Herzkreislauferkrankungen auszuschließen. Die blutdrucksenkende Wirkung ist auch der Grund, weshalb die Dosis zu Beginn schrittweise bis zur Erhaltungsdosis gesteigert werden muss. Während der Dosissteigerung sollten Herzfrequenz, Blutdruck und Blutzucker überwacht werden.

Kortisonpräparate
Anwendung bei Versagen anderer Therapien oder bei Vorliegen einer unmittelbar lebensbedrohlichen Situation.

Vorteile: Kortisonpräparate haben sich in der Behandlung von komplizierten Hämangiomen bewährt. Je nach Dosis sprechen 65-85% der Hämangiome auf eine Behandlung mit Prednison an.

Nachteile: Abhängig von der Behandlungsdauer kann Prednison starke Nebenwirkungen haben (z.B. Schwächung des Immunsystems, Erhöhung von Blutdruck und Blutzuckerspiegel, Magen-Darm-Probleme). Daher muss die Therapie regelmäßig von einem Arzt überwacht werden. Im Anschluss an die Behandlung wird die Dosis langsam ausgeschlichen, denn eine zu rasche Dosisverringerung kann zu einem erneuten Wachstum führen.

Kryotherapie (Vereisung)
Kleinere (bis max. 1 cm Durchmesser), flache Hämangiome können durch Unterkühlung behandelt werden. Manchmal wird die Haut an der entsprechenden Stelle betäubt, dies ist jedoch nicht in jedem Fall nötig. Wichtig ist, dass die Kryotherapie rechtzeitig zum Einsatz kommt, denn sie hat nur eine Eindringtiefe von ca. 2mm.

Lasertherapie
Bei größeren Hämangiomen kann ein Pulslaser zum Einsatz kommen, wobei eine kurzzeitige Vollnarkose notwendig wird. Wegen der geringen Eindringtiefe (ca. 0,7 mm) für Hämangiome mit größerer Ausdehnung in tiefere Gewebeschichten nicht geeignet.

Operation
Durch die guten Ergebnisse, die mit anderen Therapiemöglichkeiten erzielt werden, kommt eine Operation nur noch in Einzelfällen in Betracht. Kann in akuten Fällen eine Option sein, wenn z.B. der Funktionsverlust eines Organs droht.

Nach der Therapie können je nach Lage verbliebene Reste, Narben oder starke Pigmentierungen operativ oder mit Laser behandelt werden. Es wird empfohlen dies vor der Einschulung durchzuführen. Welche Methode sich am besten eignet, ist von Fall zu Fall verschieden. Mehr erfahren Sie bei einem Experten in Ihrer Nähe.

Den Leitfaden mit Informationen für Angehörige und Betreuer/Pflegepersonal zur Behandlung des infantilen Hämangioms können Sie sich als PDF-Datei herunterladen.